Literatur outdoors

Blog Beitrag für Literatur outdoors  | December 2020

Kunst kann Orientierung geben, das Leben bereichern und Hoffnungen spiegeln“ Karin Czermak, Künstlerin
Waldegg/NÖ 20.12.2020
Veröffentlicht am 20. Dezember 2020

Liebe Karin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wirrwarr prägt meinen Tagesablauf, eine sich konstant ändernde Routine. Wir haben zwei Schulkinder und ein Kindergartenkind. Durch die Schule vorgegebene Fixpunkte sind einmal da, dann wieder weg.  Wir jonglieren mit sich laufend ändernden Rahmenbedingungen. Die Herausforderung für mich ist, Prioritäten so zu setzen, dass sich alle Termine, Aufgaben, Wünsche und Bedürfnisse vereinbaren lassen und ich dabei auch genug Zeit für meine kreative Tätigkeit finde. Im Moment gibt es wieder mehr Struktur, da die Kinder am Vormittag außer Haus sind. Diese Zeit nütze ich für meine Lehrtätigkeit und meine Arbeit im Atelier. Am Nachmittag, wenn alle Arbeiten für die Schule erledigt sind, bin ich gerne mit meinem Skizzenblock im Wald hinterm Haus unterwegs. Pleinairzeichnen ist ein wichtiger Ausgleich für mich geworden!

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Flexibilität, die es uns ermöglicht, sich auf ändernde Rahmenbedingungen einzustellen und handlungsfähig zu bleiben.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Mit drei Kindern zu Hause, ist mein Fokus natürlich auch auf deren Wohlergehen gerichtet. So ist es für mich persönlich wesentlich, meinen Kindern einen positiven/angstfreien Weg in die Zukunft zu ermöglichen. Eine Zukunft, in der soziale Interaktionen wieder Normalität sein können. Ohne Frage, die Möglichkeit, Kommunikation in den virtuellen Raum zu verlegen, hat dazu beigetragen, das Gefühl von Isolation abzuschwächen. Doch ersetzen kann ein Call den Besuch bei den Großeltern nicht.

Auch für meine künstlerische Tätigkeit bin ich auf virtuelle Präsentationsflächen ausgewichen und habe erstmals an online Ausstellungen teilgenommen bzw. eigene organisiert. Ich bin jedoch der Meinung, dass das analoge Begehen einer Ausstellung dadurch nicht ersetzt werden kann. Durch das Bespielen eines virtuellen Ausstellungsraumes werden aber andere Möglichkeiten eröffnet. So lassen sich nicht bloß internationale Ausstellungsbeteiligungen leichter umsetzen, der virtuelle Raum, kann auch von vielen Ländern aus betreten werden.

Kunst ist in ihrem jeweiligen historischen Kontext eingebunden. Sie kann soziale Hoffnungen spiegeln, politische Ansprüche konterkarieren, Orientierung geben und das Leben bereichern. Ich glaube, die Rolle der Kunst ist facettenreich und wird es bleiben.

Was liest Du derzeit?

Mein Lesestoff ist zurzeit sehr kinderlastig. Ich lese Kinderbücher vor. Da sind Drachen gerade die beliebtesten Helden – ganz ehrlich: Ich mag sie auch!  Im Moment lesen wir „Die geheime Drachenschule“ von Emily Skye und Pascal Nöldner.

Ansonsten blättere ich immer gerne in aktuellen Kunstzeitschriften.

Wieder hervorgeholt habe ich auch Nigel Frederick Barley’s „The Innocent Anthropologist“. Ich vermisse das Reisen.

Welches Zitat, Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ —  Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz

 

Vielen Dank für das Interview liebe Karin, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:
Karin Czermak, Künstlerin
Alle Fotos_Karin Czermak.

12.12.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

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